2.5 Die Stimme als Werkzeug des Verführers
WhiteVelvet
Ich denke jeder von Euch kennt diese Situation: Ihr seid im Club, seht dieses Mädchen und wollt sie
ansprechen, aber Ihr wisst nicht was Ihr sagen sollt. Hektische Frage an den Wing: „Ich brauch einen
Opener, nenn mir irgendeinen Opener!“, aber der ist genauso ratlos wie Ihr. Der Puls steigt auf 180. Ihr
seid so aufgeregt, dass Ihr Euch gar nicht mehr konzentrieren könnt und anstelle irgend etwas zu sagen,
sprecht Ihr sie gar nicht an, weil Euch kein verdammter Opener eingefallen ist. Ich denke kann sich in
einer derartigen Situation wiederfinden und hat dieses so oder so ähnlich in seinen Anfangstagen erlebt.
Irgendwann stellt Ihr fest, dass Opener vollkommen egal sind und Ihr mit allem das Set öffnen könnt.
Wenn mir ein Mädel gefällt, gehe ich sofort drauf zu, habe keinen Opener im Kopf und die drei Schritte
reichen, um mir spontan was einfallen zu lassen: „Hey schönes Top! Meine Schwester hat dasselbe. “,
oder sonst irgend etwas. Fällt mir nichts ein, reiche ich ihr einfach die Hand und sage: „Hi, ich bin...,
das neben mir ist der überaus charmante... und wer seid ihr?“. Follow up: „Und was macht ihr, wenn ihr
nicht gerade feiert? Lass mich raten, du studierst Lehramt, die Brille sieht so streng aus!“. Ich könnte
aber auch mit: „Hi, ich bin Mickey Maus und das ist mein Freund der überaus reizende Goofy. Und ihr
seid garantiert Mickey und Klarabella, oder?“ öffnen. Erstaunlicherweise ist der Effekt derselbe. Warum?
Warum fliege ich mit so einem Blödsinn nicht hochkantig raus? Nun das Geheimnis liegt nicht darin, WAS
ich sage, sondern WIE ich es sage.
Warum ist das so entscheidend? Ein ganz einfaches Beispiel, jemand sagt zu Euch schnell,
emotionslos und tonlos: „Ich liebe dich!“ Glaubt ihr ihm? Nein. Warum nicht?
Nun der verbale Inhalt dieser Worte ist tatsächlich: „Ich liebe dich!“, aber die Wahrheit sieht leider
ganz anders aus, denn jeder Mensch deutet den Inhalt der Worte darüber wie sie gesagt werden und
wie diese mit der Körpersprache koordiniert werden. Dies ist der nonverbale Teil einer Nachricht, er ist oft
der weitaus wichtigere. Interessanter Weise deuten wir einen Großteil davon unbewusst. Wir können oft
sagen, dass jemand lügt: Aber warum? „Das habe ich so im Gefühl.“, ist häufig die Antwort. Wie erwähnt,
ein Großteil davon wird unbewusst aufgenommen und entzieht sich damit der bewussten Wahrnehmung
und kann deshalb auch nicht bewusst abgeblockt werden. Hier liegt die große Chance des Verführers,
aber darauf gehe ich später noch genauer ein. Der gleiche Satz, von der gleichen Person, inbrünstig,
langsam, gefühlsvoll und von Herzen kommend hat eine ganz andere Wirkung.
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Ihr seht also, dass es sehr wichtig ist, WIE ihr etwas sagt. Ein Teil davon ist Gestik, Mimik und auch
Körpersprache, aber einen ganz gewaltigen Anteil daran hat eure Stimme: Ihr Klang, die Modulation, die
Art zu sprechen, die Betonung, die Pausen. Deshalb trainiert Eure Stimme. Achtet darauf, wie ihr etwas
sagt, beobachtet ihre Reaktion. Sprecht langsam, klar und deutlich, lasst bewusst Pausen um manche
Sachen zu unterstreichen, setzt Betonungen und achtet auf den Klang der Stimme.
Eine sehr gute Übung hierfür ist das Telefonieren. Ich weiß, die meisten Männer mögen nicht
telefonieren. Lernt es, zu lieben. Der Vorteil beim Telefonieren ist, dass es nichts gibt, was Euch ablenkt,
Ihr starrt nicht die ganze Zeit auf ihre prallen, überaus wohlgeformten AUGEN und schweift mit eurem
Blick ab oder wisst nicht wohin mit den Händen, nein, Ihr könnt einfach die Augen schließen und Euch
auf eure Stimme konzentrieren. Visualisiert Euch das, stellt es Euch vor, was Ihr ausstrahlen wollt, Ruhe,
Stärke, Kraft, Selbstvertrauen aber vor allem Vertrauen.
Leicht gesagt, schwer getan. Wie schafft man es nun konkret, Vertrauen auszustrahlen?
1. Eure Stimmung:
Achtet darauf, in was für einer Stimmung ihr Euch befindet. Seid Ihr unentspannt, verkrampft und/
oder aufgeregt? Gut, das ist bis zu einem gewissen Maß normal, aber bedenkt, dass Ihr dies auch
ausstrahlt. Das überträgt sich, wie ein Funken der überspringt, auf das Mädchen eurer Träume. Sie
merkt das, ganz egal ob sie Euch nun gegenüber steht oder Ihr durch den heißen Draht verbunden
seid. Deshalb bringt Euch in eine ruhige, entspannte, positive Stimmung. Freut Euch auf das Gespräch,
freut Euch auf das Mädchen, freut Euch auf die wunderschöne gemeinsame Zeit, die Ihr miteinander
verbringen werdet. Habt keine Zweifel, habt keine Furcht, denn das riecht sie 10 Meilen gegen den Wind.
Wozu Zweifel und Furcht? Was kann Euch denn passieren? Ist Euer Leben in Gefahr, Eure Existenz?
Nein! Na also. Ihr könnt nur gewinnen. Freut Euch auf den Gewinn. Es gibt verschiedenste Techniken,
Tricks und Methoden um ein solche entspannte Haltung zu erreichen. Gelingt Euch dies nicht aus dem
Stand, so verrate ich Euch hier einen uralten indischen Trick, die sogenannte Sonnenatmung. Dazu
nehmt Ihr Daumen und Zeigefinger der rechten Hand und drückt zuerst mit dem Daumen gegen den
rechten Nasenflügel, verschließt damit das rechte Nasenloch, atmet durch das linke tief ein, drückt
dann mit dem Zeigefinger gegen das linke Nasenloch und öffnet dabei mit dem Daumen das Rechte,
atmet durch das Rechte aus. Anschließend atmet ihr durch das rechte Nasenloch wieder ein, verschließt
dieses, öffnet das andere usw. Dies wiederholt Ihr in etwa zehn Mal und Ihr werdet merken, wie Ihr zur
Ruhe gekommen seid.
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2. Eure Körperhaltung:
Eure Körperhaltung beeinflusst euren Geist. Eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung mit
aufrechtem Blick macht es Euch viel leichter auch selbstbewusst zu handeln und zu klingen, als eine
zusammengesunkene, verkrümmte, mit dem Blick den Boden gerichtete. Neben der psychischen gibt es
aber auch eine physische Komponente. Wenn ihr Euch aufrichtet, dann gebt ihr damit eurem Zwerchfell
die Möglichkeit, seine Kapazitäten ganz zu entfalten und eurer Stimme damit sehr viel mehr Druck und
Kraft zu geben. Das ist übrigens auch der Grund warum Sänger bei Auftritten immer stehen. Allerdings
muss diese Haltung für Euch auch entspannt sein, sprich nicht stramm stehen mit dem Hörer in Hab-
Acht-Stellung am Ohr, sondern locker, aber aufrecht und selbstbewusst. Entspannt Euch aber, habt
trotzdem eine Körperspannung. Am Besten, Ihr setzt Euch aufrecht hin und lümmelt Euch nicht in einen
Sessel. Gut, ich persönlich habe da noch eine ganz andere Marotte, ich telefoniere am liebsten in der
Badewanne, kein Scherz. Da bin ich herrlich entspannt, habe Zeit und bin total locker und ruhig sowieso.
Im übrigen ist es eine sehr intime und damit vertrauensweckende Situation. Auch wenn sie nicht weiß, wo
ich bin, meine Stimmung wird sich auf sie übertragen. Gut, für Dates ist das etwas ungeeignet. Obwohl?
Das wäre doch mal ein Anfang.
3. Euer Gesicht:
Ein Lächeln steckt an, niemand kann einem Lächeln widerstehen und nicht zurücklächeln.
Spätestens, dann wenn ihr es eine Minute haltet, werdet ihr eine positive Reaktion bekommen, probiert es
mal. Ein Lächeln steckt an, genau wie ein Lachen, es verbreitet Sympathie und öffnet Herzen. Es ist die
kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Das unglaubliche daran ist, es funktioniert auch, wenn
sie euch nicht sieht. Sie merkt es, warum auch immer, also lächelt, als ob ihr Werbung für ein Waschmittel
machen müsstet. Übrigens, ihr macht auch Werbung, Werbung für Euch.
4. Eure Bewegungen
Achtet auf Eure Bewegungen. Bewegt ihr Euch schnell und hektisch, so bekommt auch Eure
Stimme einen hektischen Klang. Mit hektischen Bewegungen verscheucht Ihr das Wild. Bewegt ihr Euch
hingegen ruhig und bedacht, so ist auch Eure Stimme ruhig und bedacht und vertrauenserweckend.
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5. Der Klang eurer Stimme, Stimmführung
Auch den Klang Eurer Stimme könnt Ihr beeinflussen. Jeder Mensch kann seine Stimme ganz anders
klingen lassen, nichts anderes machen auch Schauspieler. Mit etwas Übung könnt Ihr dies auch. Überlegt
Euch wie eine ruhige, vertrauenserweckende Stimme klingen soll und übt in dieser zu sprechen, so wie
ein Schauspieler, der eine Rolle übt. Allerdings: Ihr bleibt dabei Ihr selbst, Ihr benutzt nur eine andere
Stimme! Ich selbst habe einen sehr tiefen, warmen Bass, wenn meine Stimme vertrauenserweckend
klingen soll, dann gebe ich ihr eine sanfte warme Färbung und spreche ganz langsam, bewusst und
bedacht, setze bewusst Pausen und achte darauf, dass ich eine ganz ruhige, regelmäßige Atmung
habe. Nehmt Euch ein Blatt Papier, schreibt Euch auf, welche Attribute Ihr persönlich mit so einer Stimme
verbindet, wie muss sie für Euch klingen? Dann fangt an, diese Stimme zu modulieren und zu modellieren,
gebt ihr Gestalt, übt mit ihr zu sprechen. Wechselt auch im Alltag manchmal einfach so in diese neue
Stimme. Es ist mehr als die Stimme, dazu gehört auch das entsprechende Mindset und die ruhige und
entspannte Geisteshaltung von der ich eben sprach.
Ich denke die genannten Punkte sollten Euch einige Anhaltspunkte geben, wie eure Stimme
vertrauenserweckend klingen kann.
Wenn Ihr es schafft, Vertrauen auszustrahlen, dann erübrigt sich ganz vieles. Auf einmal sind Sachen
möglich, die Ihr vorher nie für möglich gehalten habt, eigentlich macht sie so etwas ja sonst nicht, aber
sie vertraut Euch einfach, warum weiß sie auch nicht...
Vertrauen, Vertrauen ausstrahlen, das ist der Schlüssel zu allem. Das ist das Geheimnis der wahrhaft
guten Verführer. Sie haben das gewisse Etwas.
Das Geniale ist, dass sie dieses unbewusst aufnimmt, es entzieht sich somit ihrer bewussten
Wahrnehmung, sie kann sich deshalb gar nicht dagegen wehren, weil sie es einfach nicht merkt. Das
Erstaunliche ist, dass Ihr dafür gar nicht mal unbedingt besonders viel Zeit braucht, manchmal langt
schon ein kurzer Moment. Ihr benötigt auch keine DHV Stories mehr, die Ihr Euch aus den Fingern
gesogen habt, denn ihr strahlt diesen Wert einfach über Eure Stimme und Euer Selbstbewusstsein aus.
Es gibt keine LMR mehr, denn sie vertraut Euch. Das ist die Macht der Stimme. Die Geheimwaffe des
Verführers.
Interessanter Weise muss sie dafür gar nicht mal verstehen was Ihr sagt. Habe vor einiger Zeit
mit einer Freundin geskypt, die zu dem Zeitpunkt gerade in den USA war, auf einmal schiebt ihr ihre
Gastmutter, die kein Deutsch versteht, einen Zettel zu, auf dem drauf stand: „He has got a sexy voice.“
Ich dachte nur „WTF???“. Sie hatte kein Wort verstanden und das nur im vorbeigehen gehört.
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Wie gesagt für diesen Eindruck braucht es auch nicht viel Zeit. Ein anderes Beispiel: Eine Ex von
mir hat angerufen, Mutter am Apparat. Ich habe nur gesagt: „Hi... hier ist ..., ist ... da, könntest du mir
die eben mal kurz geben? Danke.“ Anschließend meinte sie, dass ich eine verdammt sympathische
Stimme habe und wohl eine sehr gute Wahl bin. Ich habe mit der Frau doch noch nicht einmal drei Sätze
geredet...
Ich denke die Botschaft dieses Textes ist klar: „Achtet nicht so sehr darauf was Ihr sagt, sondern
vielmehr darauf WIE Ihr es sagt. Trainiert eure Stimme. Versucht all das auszustrahlen, was Ihr seid und
was Euch auszeichnet und attraktiv macht, aber vor allem versucht Vertrauen auszustrahlen.“
Habt Ihr das Vertrauen einer Frau, liegt Euch die Welt zu Füßen. Ich persönlich arbeite mit drei
Stimmen, zunächst einmal meine normale Stimme, dann die tiefe, verruchte, einschmeichelnde und
verschlagene Stimme des Verführers und die kraftvolle, starke Stimme, des selbstbewussten Anführers.
Ich würde Euch dafür gerne einige Beispiele geben, aber das muss man hören, das kann man nicht
beschreiben. Ich hoffe dieser Text hilft Euch weiter auf eurem Weg und richtet euren Fokus auf wichtigere
Dinge als Opener und Routinen, denn auch der genialste Opener verpufft einfach, wenn Ihr ihn falsch
rüber bringt. Benutzt eure Stimme und euren Kopf.
DAS IST ALPHA!
Velvet