Habt Ihr schon einmal spielende Kinder beobachtet? Jeder Mensch kommt mit einer großen Portion
Neugier, Spieltrieb und der Fähigkeit, sich über ganz banale Dinge zu freuen, auf die Welt. Kinder freuen
sich über die Mitmenschen, die Welt, sich selbst. Viele Erwachsene haben diese Fähigkeiten verloren
und verlernt. Sie leben voller Sorgen – und das sieht man ihnen an. Bei einem (unter normalen Umständen
aufwachsenden) Kind ist der Spaß am Spiel noch nicht durch Neid, Selbstzweifel, Verlustangst, Scham
usw. geprägt. Doch irgendwann haben wir diese „Unschuld“ verloren.
Definition bei Wikipedia:
„Lebensfreude ist das subjektive Empfinden der Freude am eigenen Leben. In der Literatur findet sich
der Begriff oftmals kombiniert mit weiteren erstrebenswerten positiven Attributen, wie Selbstbewusstsein,
Vitalität, Kreativität und Glücklichsein. Lebensfreude wird als das Gegenteil von Depression beschrieben,
oder als das, was der Mensch anstrebt, will er eigene Depressionen überwinden.“
Ich stelle mir das so vor: Das Leben ist wie ein Kartenspiel. Man bekommt bestimmte Karten
ausgeteilt und spielt damit. Im Laufe des Lebens werden neue Karten gezogen, die man in sein Spiel
einbauen muss. Es gibt aber keinen endgültiges Gewinnen oder Verlieren, sondern nur ein temporäres;
wir bekommen und verlieren nämlich immer wieder ein paar Karten – und zum Schluss sind wir tot.
Lebensfreude besteht nun darin, einfach gerne zu spielen. Wenn die Karten gut sind, dann ist das
leicht. Die Herausforderung besteht darin, dennoch gerne zu spielen, auch wenn die eigenen Karten
nicht immer so gut sind, wie man sich das wünscht.
Lebensfreude hat so auch etwas damit zu tun, dass man sich selbst wertzuschätzen weiß – die eigene
Existenz ist etwas ganz Besonderes. Dass wir überhaupt hier „zusammen sitzen und zusammen spielen
können“ ist in unserem meist ziemlich leeren und leblosen Universum eine unglaubliche Besonderheit.
Für Pick-up ist Lebensfreude interessant, weil sie Menschen, Männer und Frauen, attraktiv macht. Sie
macht sie attraktiv für das andere Geschlecht und hilft dabei, Freunde zu finden, Freundschaften zu behalten,
motiviert voranzukommen im Leben und andere zu inspirieren. Und natürlich: Um selbst glücklich zu sein.
Ihr könnt Euch ja mal in Eurem Bekanntenkreis umsehen: Es sind vor allem die Menschen, die
Lebensfreude (und damit verbunden: Tatendrang und Optimismus) ausstrahlen, die Erfolg mit Frauen
haben; und es sind oft die frustriert, unglücklich und zurückgezogen wirkenden Menschen, die wirkliche
Probleme mit Frauen haben.
Ich will kurz und knapp ein paar Hindernisse aufzeigen, die Lebensfreude verhindern. Das Schema ist
meistens das Gleiche: Wir vergessen uns selbst, weil wir uns zu sehr an äußeren Faktoren orientieren.
Wenn Du Dich dabei ertappst, ständig zu denken: „Warum immer ich?“ oder: „Warum immer die
anderen?“, dann bist Du Opfer der Opfermentalität. Du neigst dazu, die Rolle des Opfers als soziale Rolle
zu übernehmen – Opfer der Gesellschaft, der Gene, der Natur, des Schicksals. Das ist eine bequeme
Position, weil sie es Dir erlaubt, Verantwortung abzugeben und andere für Dein eigenes Unglück zu
beschuldigen. Aber diese Position ist nicht hilfreich, da sie dazu führt, dass Du Dich ohnmächtig und
hilflos fühlst und Deine eigene Möglichkeiten, etwas am gegenwärtigen Zustand zu ändern, übersiehst.
Selbst wenn Du wirklich Opfer geworden bist von etwas, das Du nicht kontrollieren kannst, dann liegt es
doch bei Dir, darüber zu hadern und zu jammern oder die Situation auch als Chance, Herausforderung
oder Moment in einem Prozess der Veränderung zu sehen.
Viele Menschen neigen dazu, sich ständig im Spiegel der Vergangenheit zu betrachten: „Was wäre
nur gewesen, wenn damals nicht...“, oder: „Damals war ich so glücklich...“ Das ist auch eine Form der
Realitätsflucht. Und es ist ein Zeichen, dass Du keinen Frieden mit Deiner Vergangenheit geschlossen
hast. Deine Vergangenheit aber, das sind die Karten, die ausgeteilt sind und mit denen Du jetzt spielen
musst. Finde Dich damit ab, Du wirst eh noch einiges erleben und damit neue Karten erhalten.
Dass Menschen Angst vor der Zukunft haben, ist nichts Neues. Aber damit meine ich etwas ganz
Bestimmtes: Ich möchte einmal zwischen Angst und Furcht unterscheiden. Man fürchtet sich, wenn
man eine konkrete Bedrohung vor sich hat, wenn eine Prüfung naht, wenn ein Angehöriger schwer
erkrankt, wenn das eigene Unternehmen pleite geht. Das ist etwas anderes als Angst, die kein Objekt
hat: Wer nachts alleine durch einen unheimlichen Wald geht, der hat Angst. Es gibt keine Bedrohung,
er hat trotzdem Angst. Hast Du so eine Angst vor der Zukunft? Die Ursachen solcher Angst können
sehr komplex sein: Es mangelt an Urvertrauen in einen selbst und in andere, Zweifel nagen bezüglich
der eigenen Fähigkeiten. Ein Ausweg ist es, zu akzeptieren, dass man nie gegen alle Eventualitäten
gewappnet sein kann. Ein anderer, im Jetzt zu leben.
In der Schule erleben viele von uns, dass das Neue meist mit Stress, Prüfungen, stupider Arbeit,
gegebenenfalls Strafen verbunden ist. Wir verlieren die Neugier auf die Welt, wenn wir erwachsen
werden und wir verlernen dieses kindliche, unvoreingenommene Lernen, das aus jedem Teil der Welt
begierig alles Neue sieht und aufsaugt. So verlieren wir die Fähigkeit, über die Welt zu staunen; wir
verpassen das Neue, das uns weiterbringen könnte; und wir haben Angst vor dem Neuen, weil wir es mit
Arbeit und Prüfungsstress verbinden. Die Möglichkeit des Wachstums, der neuen Möglichkeiten und des
Zugewinns entgeht uns oft. Wenn wir uns unserer ureigensten Neugier und Lust am Lernen entfremden,
dann verlieren wir ein Stück von uns selbst.
Wir leben in einer auf Konkurrenzdenken aufgebauten Gesellschaft, in der nicht nur jeder nach
Besserem strebt, sondern auch besser sein will (und muss!) als die anderen. Das setzt uns nur unter
unerträglichen Druck – es gibt immer jemanden, dem es besser geht als uns, der etwas besser kann
als man selbst. So ein Denken liegt uns auch in den Genen, vor allem uns Männern. Dabei vergessen
wir oft, dass erstens wir ständig neue Karten ziehen im Spiel des Lebens und dass sich jedes Blatt
schnell ändern kann; dass zweitens Erfolge oft nicht vergleichbar sind: Der eine hat eine schöne Frau,
der andere verdient viel Geld, der dritte hat ein langes und gesundes Leben, der vierte eine große,
harmonische Familie – wie könnte man entscheiden, wer „objektiv“ mehr hat als die anderen, wer „besser
dran“ ist? Das ist so, als ob der Wert Deiner Karten nur für Dich festzustehen scheint, für andere aber
etwas anderes bedeuten kann und sich im Laufe der Zeit ändern kann. Sieh Deinen Neid lieber als eine
sportliche Herausforderung.
Dabei droht aber die Gefahr, sich zu viel vorzunehmen und frustriert zu sein, wenn man nicht all
das geschafft hat, was man wollte. Wer sich ambitionierte Ziele setzt, der kann es weit bringen. Wer
sich zu ambitionierte Ziele setzt, wird frustriert abbrechen. Meistens nehmen wir uns aber zu viel vor.
Reduzierst Du Deine Ziele etwas, sagen wir um zehn Prozent, dann fühlst Du Dich durch Deine Erfolge
zum Weitermachen motiviert. Nachlegen kann man dann ja immer noch.
Im Prinzip wissen wir alle, wie wir uns über unser eigenes Leben freuen. Das haben wir nämlich als
Kind ständig gemacht! Die Welt war voller Wunder und alles war neu und aufregend. Damals waren wir
nicht so von inneren Zweifeln und frustrierenden Gedanken geplagt – und das, obwohl ein Kind viel mehr
Rückschläge hinnimmt, als die meisten Erwachsenen: Wie oft fällt ein Kind hin, bevor es laufen kann!
Wie oft macht ein Kind etwas falsch oder kaputt, weil es nicht weiß, wie Dinge funktionieren! Fast nichts
gelingt ihm von alleine, es wird ständig korrigiert, ist total abhängig! Und doch macht das dem Kind
kaum etwas aus, Fehler sind schnell vergessen, die Freude über das aufregende Neue, das die Welt ist,
überwiegt. Es ist die Intensität des Erlebens und das Gefühl, voranzukommen und Neues zu erleben, die
das Kind glücklich machen.
Wer sich jedoch zu sehr an äußeren Faktoren – dem eigenen sozialen Status, dem eigenen
Bankkonto, etc. – orientiert, der macht sich seelisch davon abhängig, weil er sich so unter Druck setzt.
Das ist ein leichter Weg, wirkliche Lebensfreude zu verlieren. Ich skizziere ein paar Aspekte, die dazu
beitragen können, Lebensfreude zu gewinnen. Ohne besondere Ordnung:
Wir sind oft durch die soziale Rolle und Position eines Menschen geblendet. Gerade beim Pickup
müssen viele Jungs es erst neu lernen, dass auch schöne Frauen oft dieselben Komplexe und
Probleme haben wie andere Menschen auch. Das gilt auch für soziale Rollen: Wenn man es schafft,
hinter die Position zu sehen, die ein Mensch in der Gesellschaft einnimmt und die ihm eine Rolle,
gewissermaßen auch eine Maske gibt, dann kann man viele Situationen nüchterner betrachten. Der
beneidete reiche Banker entpuppt sich dann oft als ein überforderter, hilfloser Mitläufer, der eigentlich
fast schon bemitleidenswert ist. Der erfolgreiche Fußballspieler ist dann kein übermenschliches Idol
mehr, das vergöttert wird – sondern jemand, der das eigene Talent durch harte Arbeit ausgebaut hat
und dafür Respekt verdient. Wer durch die Masken und Rollen hindurchblickt, der wird etwas von sich
selbst in den anderen Menschen wiedererkennen und dadurch etwas Distanz verlieren. Es gibt nicht „die
da oben“ und „uns hier unten“. Es wird dann leichter, Menschen nicht zu beneiden. Und anderen kann
schneller verziehen werden. Das ist der erste Schritt, den sozialen Druck von sich zu nehmen. Menschen
gewinnen so wieder ein menschlicheres Gesicht.
Oft vergessen wir, wie gut es uns selbst geht, weil wir uns nach außen hin orientieren. Dankbarkeit
hilft, einem das eigene Glück bewusst zu machen. Wer dankbar ist für das, was und wer er ist, und dass
er überhaupt ist, der stärkt die eigene Position und das eigene Selbstbewusstsein. Dazu muss man noch
nicht einmal jemandem gegenüber dankbar sein. Wer sich nicht bei Gott oder den eigenen Eltern oder
der Umwelt bedanken will – der kann einfach ganz allgemein die eigenen Stärken wertschätzen. Mit
Dankbarkeit ist also der anerkennende und wertschätzende Fokus auf einen selbst gemeint.
Auch durch Zorn und Rachsucht macht man sich von äußeren Faktoren abhängig und wird
fremdbestimmt. Wer anderen Menschen vergeben kann, der schließt so nicht nur mit seiner Umwelt
Frieden, sondern auch mit sich selbst.
Wer gibt, macht nicht nur andere Menschen glücklich, sondern auch sich selbst. Wir sind alle
fundamental zum Altruismus, also zu Kooperation und Hilfsbereitschaft veranlagt, da wir biologisch
gesehen Herdentiere sind: Evolutionär haben sich die reinen Egoisten nicht durchgesetzt. Wir sind
genetisch so eingerichtet, dass Helfen und Geben uns glücklich macht. Und es macht uns unsere Stärke
und unseren Reichtum bewusst. (Deswegen sind, meiner Meinung nach, Haustiere für viele Menschen
so wichtig: Weil sie dann endlich jemanden haben, den sie hemmungslos verwöhnen und glücklich
machen können).
Überall auf der Welt und zu jeder Zeit gehören Musik und Tanz zum Leben dazu, was ein starkes
Indiz dafür ist, dass beides fundamentale Aspekte des menschlichen Lebens sind. Psychologie und
Neurowissenschaft haben bewiesen, dass Musik und Tanz nicht nur dazu beiträgt, die seelische Balance
zu erhalten, sondern auch Aufmerksamkeit, Selbstgefühl und sogar kognitive Fähigkeiten steigert.
Wir werden dazu erzogen, bescheiden zu sein und die eigenen Erfolge eher kleinzureden. Das ist
aber eigentlich nicht notwendig. Man darf sich den Stolz auf die eigenen Erfolge auch gönnen. Ansonsten
neigt man schnell dazu, hauptsächlich die eigenen Fehler und Nachteile zu betrachten. Vielleicht ist das
ein Problem, das in Deutschland stärker ausgeprägt ist als andernorts.
Im selben Zusammenhang haben wir oft ein schlechtes Verhältnis zu dem, was wir am Leben
genießen und es gibt viele Faktoren, die uns den Genuß verwehren. Viele Menschen halten Essen für eine
Art Treibstoff, den man in sich hineinschüttet, um weiterarbeiten zu können. Andere behaupten, Sex wäre
nur dazu da, um Kinder zu zeugen. Andere wiederum halten Kleidung nur für eine Art Fell, der dazu da
ist, warm und trocken zu halten. Das eigene Leben, der eigene Körper wird so auf eine Arbeitsmaschine
reduziert, die nur an ihrer Funktionalität gemessen wird. Es ist aber ok und psychologisch bedeutsam,
sich etwas zu gönnen, das man genießen kann: Gut auszusehen. Gutes Essen. Sinnlichkeit genießen.
Damit ist nicht die gezielte Ablenkung gemeint, die man durch Fernsehen und Computerspiele gemeint.
Sondern die Art von Genuss, die uns unserer selbst bewusst macht.
Wer möchte gerne auf ein Leben zurückblicken, das aus Büroarbeit und Fernsehen bestand? Es
gibt zwei Fehler, die oft gemacht werden und ein Leben verhindern, das einen erfüllt und stolz macht:
Besitzdenken und Fernsehen. Besitzdenken: Es ist psychologisch erwiesen, dass Menschen mehr
Freude empfinden und über ihre Erinnerungen glücklicher sind, wenn sie ihr Geld in schöne Erlebnisse
investieren als in Dinge. Wer sich Dinge kauft ist oft im Moment des Einkaufs glücklich und vielleicht noch
– wenn er keine Schuldgefühle hat – kurz danach immer noch; wer jedoch sein Geld so investiert, dass
er tolle Erlebnisse davon hat, der empfindet eine länger anhaltende Zufriedenheit, weil er auf schöne
Erinnerungen zurückblicken kann. Fernsehen: Das Fernsehen verhindert gerade schöne Erlebnisse, weil
es meist nur der Ablenkung dient.
Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Unser modernes, effizienzorientiertes Denken jedoch
verhindert oft, dass man über seinen Tellerrand schaut und Dinge lernt, die nicht unmittelbar nützlich
sind. Doch ist mit Lernen oft – besonders wenn wir es freiwillig machen – ein Glücksgefühl verbunden:
Danach ist man weitergekommen, hat man sich weiterentwickelt. Endlich einmal etwas zu verstehen,
dieses berühmte „Aha!“-Erlebnis, kann ein enorm intensives Glücksgefühl sein. Wer aufhört zu lernen,
wird automatisch in seinem Leben auf der Stelle treten. Wer dagegen lernt, entwickelt nicht nur die
eigene Persönlichkeit, sondern versteht die Welt besser, hat mehr Gesprächsthemen, kann die eigene
Situation evtl. auch aus einem anderen Blickpunkt betrachten usw. Und dabei ist es fast schon egal,
was Ihr lernt. Mein Tip wäre, mindestens alle zwei Wochen ein Buch zu lesen und dabei darauf zu
achten, dass man etwas Neues aus diesem Buch lernt. Oder Weiterbildungen, Seminare, Workshops,
Kurse aller Art zu besuchen, tausend neue Skills zu lernen. Bücher geben einem Faktenwissen, Kurse
Anwendungswissen. Wenn Du Dir das Leben wie ein Rollenspiel vorstellst: Durch Lernen kannst Du
Deine Skills steigern! Und was ist befriedigender, als ein besserer Mensch zu werden?
Treibe Sport!
Du brauchst im Prinzip drei Arten von Menschen um Dich herum: Solche, mit denen Du ab und zu
unverbindlich Spaß haben, ausgehen kannst und mit denen Du eine nette Zeit verbringen kannst; solche,
mit denen Du etwas gemeinsam hast, die Dir ähnlich sind und denen Du Dich anvertrauen kannst; und
solche, die Du schon lange kennst und mit denen Du einige gemeinsame Erinnerungen teilst – denn die
können Dir besser Feedback geben, wer Du bist und wie Du Dich entwickelt hast. Diese „drei Arten“
können alle in denselben Personen zusammenkommen, müssen aber nicht.
Tritt in einen Verein ein, besuche einen Kurs, engagiere Dich in einer NGO, in einer politischen Partei,
in der Kirche etc. Zur Not gründest Du selbst eine! Dort findest Du Menschen, die Dich unterstützen, lernst
neue Skills und findest einen neuen Aspekt Deiner Identität heraus. Der Mensch ist kein Einzelgänger, sei
auch Du kein Einzelgänger.
Man kann die Liste noch beliebig fortsetzen: Die eigenen Erlebnisse positiv deuten; im „Jetzt“ leben;
eine in vielen Aspekten und Tätigkeiten begründete Identität aufbauen; ein positives Verhältnis zur
eigenen Familie aufbauen; lernen, zufrieden zu sein mit dem, was man hat und schmerzfrei verzichten zu
lernen; anderen Menschen ihre Erfolg gönnen; andere Menschen inspirieren; usw.
Hier ganz kurz ein paar Tips zur praktischen Anwendung, wie man Lebensfreude gewinnt, auslebt
und ausstrahlt:
• Lächeln.
• Sich selbst (zärtlich) berühren: Kaum etwas strahlt mehr Zufriedenheit und Freude aus, als Gesten,
mit denen man sich selbst berührt. Wir alle kennen etwa die ritualisierte Geste, sich nach dem Essen
über den Bauch zu streichen, um Zufriedenheit auszudrücken. Ähnlich: sich zurücklehnen und sich
mit der Hand über Kopf und Nacken streichen; usw.
• Mit der Musik mitgrooven. Wer depressiv ist, groovt nicht.
• Anderen Menschen helfen. Jede Großzügigkeit zahlt sich aus.
• Keine Vorwürfe machen, keine Anschuldigungen. Menschen machen Fehler, deswegen sind sie
noch keine Idioten. Nicht von einer falschen Handlung auf den Menschen schließen: Verzeihen.
• Nicht auf eigenen Fehlern und Erlebnissen herumreiten: Wenn Du durch eine Prüfung durchfällst,
schlimm genug. Wenn Du Dir das immer wieder vor Augen führst, weil Du grübelst, jammerst oder
anklagst, dann ist es so, als ob Du immer wieder durch die Prüfung fällst.
• Höre auf, Dir auszumalen, Du würdest ständig alle Menschen enttäuschen. Wärst Du enttäuscht
von jemandem, der sich so verhält wie Du? Sicher nicht, oder?
• Mache eine Liste an Dingen, die Du machen möchtest und von denen Du glaubst, dass sie Dich
weiterbringen. Trage sie in Deinen Kalendar ein und mach sie. So kommst Du voran mit Deinem
Leben und hast etwas, worauf Du Dich freuen kannst.
• Reisen. Wer depressiv ist, der bleibt zu Hause. Reisen ist nicht nur ein Ausdruck von Lebensfreude
und Neugier, sondern bringt auch schöne Erinnerungen und befriedigt unsere angeborene, aber
manchmal verdrängte und unterdrückte Neugier auf die Welt.
• Stelle Fragen. Wer sich schämt und sich für unwürdig hält, der wird keine Fragen stellen. Gute,
anspruchsvolle, individuelle Fragen heben Dich auf Augenhöhe mit dem Gegenüber und bringen
Dich weiter. Stelle Fragen, durch die Du von Deinem Gegenüber lernen kannst!
• Lebe gesund.
• Lerne etwas Neues. Immer wieder. Vermeide soweit möglich langweilige Routinen. Mache etwas,
was Du vorher noch nie gemacht hast.
• Geh raus in die Natur. Wasser, Wälder und Berge haben eine beruhigende Wirkung auf uns
und können uns intensive ästhetische Erlebnisse geben. Immerhin sind sie unser „natürliches
Zuhause“.
• Behandle die Menschen auf Augenhöhe. Blicke auf niemanden herab, sei nicht herablassend,
diskriminierend, gehässig. Das ist nicht nur ein Zeichen für einen schwachen Charakter, sondern
erzeugt auch einen inneren Zwang, besser sein zu müssen. Respektiere sie und erwarte, dass sie
Dich respektieren.
• Stehe zu Deinen Gefühlen und Emotionen und zeige sie. Es hat keinen Sinn, seinen Frust, seine
Wut oder gar seine Freude oder Lust zu verstecken. Gefühle und Emotionen gehören zum Leben
dazu, wer sie erstickt, der hindert sich selbst am ganzen und intensiven Leben. Nein, Du sollst nicht
gleich losprügeln. Aber es ist ok, einfach einmal wütend mit der Faust auf den Tisch zu hauen und
alles rauszulassen.
• Höre auf, fernzusehen oder Dich anders abzulenken. Lebe intensiv und so, dass Du Dich
weiterentwickelst.
Manchmal sitzen die Ursachen für Depressionen und mangelnde Lebensfreude auch im Alltag, wenn
man gerade schwere Schicksalsschläge erlitten hat; oder sie sitzen tiefer, verankert im Unbewussten
oder in Erlebnissen der Kindheit. Dann wird eine Betreuung von professioneller Seite aus, durch einen
Coach oder einen Psychologen, besser helfen.